Die E-Mail-Marketing-Typologie unterscheidet vier E-Mailing Typen: Newsletter-, Life-Cycle-, Transaktions– und persönliche E-Mailings. Jeder Typ zeichnet sich durch andere Einsatzgebiete, andere typische Eigenschaften und Anforderungen aus. In diesem Artikel stelle ich die 2015 erstmals durch mich beschriebenen Typen in aktualisierter Form vor. Heute: die Newsletter-E-Mail.

Mit diesem “Cheat-Sheet” (engl. für Spickzettel), möchte ich den jeweiligen Typen mitsamt seiner Charakteristik sowie dessen Chancen und Gefahren vorstellen und Ihnen damit Anstösse für Ihr zukünftiges E-Mail-Marketing geben. Darüber hinaus soll es Sie unterstützen, Ihre E-Mail-Marketing-Praxis zu reflektieren und Hinweise auf zusätzliche Möglichkeiten zu geben.

Einsatzgebiete von Newsletter E-Mails

Newsletter werden meist eingesetzt, um Informationen an eine festgelegte Empfängerliste zu verteilen. Die Inhalte sind meist nur sehr schwach personalisiert oder auf Basis weniger Zielgruppen segmentiert. Der Typus Newsletter ist der prominenteste der vier E-Mail-Marketing Typen und wird deshalb leider sehr oft – und fälschlicherweise! – als Synonym für E-Mail-Marketing verwendet.

Wir unterscheiden vier Gruppen von Verteiler-E-Mails:

1. Redaktionelle Newsletter

Meist mit mehreren Themen, vereinzelt auch mit nur einem Thema versehen, werden redaktionelle E-Mailings redaktionell/manuell aufbereitet und in mehr oder weniger regelmässigen Abständen an angemeldete Empfänger (Abonnenten) versandt.

Typische Beispiele:

  • Unsere Monatsangebote im August
  • Neues über unsere Firma
  • Aktuelle Branchen-Trends
  • Produkt-Neuheit / -Ankündigung
  • Pressemitteilung
  • Ankündigung Systemunterbruch

2. E-Mail Serien (Tipp!)

Serien umfassen mehrere E-Mails zu einem gemeinsamen Thema. Empfänger können sich zum Erhalt einer solchen Serie anmelden und erhalten über einen definierten Zeitraum die vorbereiteten E-Mails zugestellt. E-Mail-Serien können, einmal vorbereitet, oft über Jahre unverändert betrieben werden. Darüber hinaus liefern Sie Ihnen wichtige Informationen zum Kenntnisstand und dem aktuellen Interessenstatus der jeweiligen Empfänger!

Beispiele:

„52 Tipps für besseres E-Mail-Marketing“

  • wöchentliche Zustellung = Kampagnendauer: 1 Jahr
  • entwickelt das Know-how Ihrer Leser
  • nach Anmeldung wird häppchenweise Mailing 1 bis 52 versandt

„Baby-Newsletter“

  • bei Anmeldung muss der errechnete Geburtstermin eingegeben werden
  • Leser erhalten anhand des Geburtstermins die entsprechend relevanten E-Mails in der richtigen pränatalen oder postnatalen Woche

„Seminar-Anmeldung“

  • Anmeldung startet die Serie mit einer E-Mail-Bestätigung
  • 2 Wochen vor dem Seminar: Allgemeine Informationen (Vorbereitung, Anreise, Kleidung, Rahmenprogramm, etc.)
  • 1 Woche vor dem Seminar: Seminarleiter stellt sich vor
  • 3 Tage vor dem Seminar: Letzte Anreise-, Parking- und Wetter-Informationen
  • Nach Check-In: Willkommens-E-Mail, Getränke-Voucher, Raumplan
  • Kurz vor Ende: Feedback-Formular und Ausfahrts-Voucher für Parking
  • 1 Tag nach dem Seminar: Seminar-Unterlagen zum Download
  • 3 Tage nach dem Seminar: 2. Feedback-Nachfrage (basierend auf 1. Feedback)

3. Digests

Digests informieren Sie regelmässig über das Geschehen in einem bestimmten Bereich. Diese Form von Newsletter unterscheidet sich zum redaktionellen E-Mailings darin, dass diese typischerweise automatisiert durch die Anbindung an die relevanten Quell-Systeme aufbereitet und versandt werden.

Beispiele:

  • Meist gelesene Forums-Beiträge des Tages
  • Wichtigste Meldungen des Tages
  • Top-Stories des Monats

Typische Eigenschaften von Newsletter E-Mails

  • Opt-in erfolgt selbstständig durch den Empfänger
  • Opt-out kann direkt in der E-Mail per Klick vorgenommen werden
  • Wenig Empfänger-Informationen benötigt
  • Keine oder nur sehr geringe Personalisierung
  • Versandmengen sind einfach planbar

Erfolgsfaktoren von E-Mail Newsletter

Folgende Faktoren begünstigen, dass Ihre Newsletter die gewünschte Wirkung erzielen:

  • Mobil-Optimierung ist ein Must! In der Schweiz werden mehr als 55% der Marketing-E-Mails mobil gelesen
  • Relevante Inhalte sorgen für hohe Öffnungs- und Konversionsraten (weniger ist meist mehr)
  • Mit Versandzeit verknüpfte Inhalte funktionieren besonders gut (Wetter, Saisonales, Regionale Events etc.)
  • Exklusive Inhalte sorgen für treue und interessierte Lesende (Interviews, Einblicke in die Firma, Behind-the-Scenes Geschichten, Kundenerlebnisse etc.)

Ihr Ansatzpunkt

E-Mail-Serien eignen sich sehr gut, um einen bestehenden Newsletter zu ergänzen. Identifizieren Sie typische User-Journeys oder Fragen Ihrer Zielgruppe, um spannende Serien zu definieren! Dies inspiriert und gibt Ideen für weitere Newsletter-Themen.

Author

Andy Reutimann ist Digital-Marketing Berater und bekannt für seine Expertise in den Bereichen E-Mail-Marketing, E-Mail Sicherheit sowie der praktischen Anwendung geltender Datenschutz-Rechte. Er ist im DACH-Raum tätig und regelmässig als Speaker und in Fachmagazinen zu finden. Weitere Informationen und Kontaktaufnahme: hier klicken.